Ein Port Charlotte unter den Erwartungen

Port Charlotte ist der getorfte Whisky aus der Destille Bruichladdich auf Islay. Die Destille hat eine Cask Exploration Serie, in der sie Whisky ausschließlich aus sehr speziellen Fasstypen abfüllen. Soweit zur Vorrede und jetzt ab ins Glas…

Port Charlotte MRC:01

Direkt von der Destille, nach sieben Jahren in 50% amerikanischen Whiskyfässern und 50% französischen Weinfässern, einem Jahr in ex-Bordeaux Fässern. Dem Kürzel nach müsste das Mouton Rothschild sein. Dann wurden 8000 Flaschen mit 59,2% abgefüllt.

Nase: Direkt springt mich etwas Schwefel an. Dann ist da der typische Rauch und Torf. Aber er ist auch ungewöhnlich muffig. Dennoch ein Lichtblick: Süße Trockenfrüchte. Ich mag Trockenfrüchte sehr.

Mund: Der Torf ist weniger präsent, etwas Holz macht sich breit. Dann Kohle und der Wein kommt durch. Es ist aber wieder muffiger Wein. Wenn ich wirklich einen Rotwein im Glas hab, dann mag ich das ja ganze gerne. Hier gefällt mir das weit weniger gut.

Abgang: Ein kurzer Ausschlag Richtung Peat. Dann wärmend, nussig und der Wein wird eher ein Rosé. Die Länge ist gut, bedient dann aber nur noch die “Torfrezeptoren” mit etwas zusätzlicher Süße.

Fazit: Tja. Nun. Der gute Name der Weinfässer hat die Erwartungen wohl sehr hoch geschraubt. Ich hatte in der Vergangenheit auch schon einige gute PCs aus teils sehr verrückten Fässern. Mit dem hier werde ich nicht so recht warm. Kein schlechter Whisky, aber vielleicht hätte ein Finish gereicht, statt ihn (teilweise) sieben Jahre im Weinfass zu lassen. 82/100