Eine Hand voll Highlands (Teil 19)
Über die Feiertage mal ausnahmsweise nicht das große Feuerwerk, sondern ein paar aktuelle Veröffentlichungen mit dem Fokus auf die Highlands. Wünsche entspanntes Lesen über die Feiertage!
Edradour 2014 – Signatory Vintage
Aus der unchillfiltered Collection von Signatory stammt dieser Edradour. Ein Small Batch aus 3 1st Fill Oloroso Butts mit einem Outturn von 668 Flaschen. Abgefüllt mit 46% Link zur Whiskybase
Nase: Marzipan, dunkle Früchte (vor allem Schwarzkirsche und Heidelbeere), einiges an Säure. Das geht dann Richtung Rinderbrühe und nassem Tabak. Mit der Zeit kommt eine intensive Süße durch.
Mund: Weich und rund. Wieder vor allem die Süße. Die Würze ist jetzt eher im Hintergrund. Immer noch Tabak, aber jetzt kommt auch etwas Eichenwürze dazu.
Abgang: Nochmal Marzipan, wieder Säure, auch die Süße und es wird langsam trocken-sauer. Bitterstoffe lassen lange auch sich warten, kommen dann aber mit gut strukturierten Kaffee- und Schokoladennoten.
Fazit: Stabiles Bottling. Tief im Sherry versenkt, gut trinkig. Einer zum Ausschenken zum Nachtisch in großer Runde, würde ich sagen. 85/100 Von diesen Bottlings gibt es ja öfter mal welche, auch Single Casks. Davon hatte ich hier Link schon einige im Glas.
Ardnamurchan AD/02.24:01
Der Core Batch von Ardnamurchan aus 2024. 50:50 Bourbon und Oloroso, sowie peated und unpeated. Abgefüllt mit 46,8% in 12500 Flaschen. Link zur Whiskybase
Nase: Ein Torffeuer am Strand. Erdige Noten, heißer Sand, Gischt dazu. Dahinter süßliche Fruchtnoten. Was man so in mitteleuropäischen Gärten findet.
Mund: Nicht besonders kräftig im Antritt. Zuckersirup, ein paar Kräuter, vielleicht Früchte. Dahinter noch etwas Rauch. Aber da ist nicht arg viel los.
Abgang: Wieder der Zuckersirup, etwas Frucht noch und dann dominieren undefinierte Bitterstoffe. Rauch finde ich im Abgang kaum noch.
Fazit: Puh. Das ist mir zu wenig. Klar Core Range und so, aber ich hatte schon so viele schöne Ardnamurchan, da ist der hier eher eine Enttäuschung. Die Nase war allerdings vielversprechend. 81/100
A Secret Highland Distillery 13-year-old – whic.de
Bereits der neunte Whisky aus der Ragnarøkkr-Serie. Anlehnungen an Wikinger sind ja für Whisky-Abfüller und Destillerien nicht unüblich. Hier haben wir eine reitende Walküre im Bild und einen undisclosed Highland Malt in der Flasche. 381 Flaschen mit 49,4% kamen aus dem STR-Finish. Link zur Whiskybase
Nase: Milder Rauch, vor allem in Richtung Kräuter steigt auf. Dahinter rote Beeren und Pflaumenmus. Geräucherte Erdbeeren? Auch Zimt finde ich.
Mund: Trockene Kekse, noch nicht richtig weihnachtlich, aber in die Richtung. Dazu wieder die Beeren. Schon relativ viele Bitterstoffe. Espressobohnen,
Abgang: Rauch und Vanille. Dann Gebäck mit Zuckerguss. Kaffee und dunkle Schokolade. Die Kräuter kommen noch mal vorbei.
Fazit: Vermutlich ein Ardmore, wobei er dafür fast erdiger sein müsste. Ein Ardnamurchan? Ach geht ja gar nicht, die sind noch zu jung. Aber man weiß es nicht. Auf jeden Fall ein schönes Bottling. Mit dem kann man durchaus Menschen überraschen und eine Freude machen. 85/100
A Secret Highland Distillery 14-year-old – whic.de
Beim zehnten Ragnarøkkr ist es wieder ein unbekannter Highlander. Diesmal 14 Jahre alt und aus dem Oloroso Sherry Butt. 570 Flaschen und 50,9% stehen in den Büchern. Mal sehen was der Feuerriese kann. Link zur Whiskybase
Nase: Kohlenrauch, leicht süßlich, Milchschokolade, getrocknete Datteln, etwas heller Tabak. Eingekochte Früchte, Schinken und damit auch jede Menge Salz. Vanille und Pfeffer.
Mund: Sehr erdig, Kohlenstaub, dicker Honig. Bitterstoffe fangen an sich zu konzentrieren. Das Mundgefühl ist weich und rund. Saure, rote Früchte, direkt aus dem Smoker.
Abgang: Sauer und trocken, aschig. Geht in Richtung Zigarrenasche. Trockener Erdboden. Die Früchte dürfen auch noch mal mitspielen.
Fazit: Not bad at all. Hier bin ich mir wieder total sicher, dass das ein Ardmore sein muss. 😀 Hier noch ein wenig mehr als beim Vorgänger. Und ich mag ihn auch noch mehr. 87/100
Ardmore 2011 – Murray McDavid
So diesmal ist es aber sicher ein Ardmore. Exklusiv für Deutschland hat Murray McDavid die doppel-Bourbon-Reifung abgefüllt. 137 Flaschen mit 57,2% waren es in gesamt. Link zur Whiskybase
Nase: Rauchige und vor allem erdige Noten. Darunter etwas Pfirsich und dann intensive Kiefernadelnoten. Dazu gibts noch Gras und Honig, Mandarinenschale und angebranntes Karamell.
Mund: Erdig, salzig, malzig. Wieder die Kiefer, jetzt eher Harz. Dann gibts einen Schwung Früchte und ein Vanillegebäckstück.
Abgang: Leicht betäubend, Kräuterbitter, weiterhin malzig und auch wieder salzig. Das Karamell kommt wieder rum. Zitrusnoten kommen auch noch hoch.
Fazit: Solide. Sehr solide sogar. Da macht man nichts falsch, wenn man Highlandpeat mag. Gerade den Nadelbaumeinschlag fand ich besonders interessant. 86/100
Mehr zu: Ardmore, Ardnamurchan, Edradour, Undisclosed Highlands, Highlands Teil 18
Bilder: Titel: „On the shore of Loch Awe in the Scottish Highlands“ from PxHere | Flaschen: Freundliche Überlassung der Whiskybase
Samples: Privat gekauft und von whic.de (Ardnamurchan, Edradour, 2xSecret Highlander) und Kirsch Whisky (Ardmore) kostenlos zur Verfügung gestellt





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