Mysteriöse Malts 2
Aktuell geht der dritte Batch der Mystery Malts in den deutschen Spirituosenhandel. Das ist eine gute Gelegenheit das zweite Batch, dass es damals nur in UK gab, unter die Lupe zu nehmen. Bevor wir uns ins Vergnügen stürzen hier die Möglichkeiten und Wahrscheinlichkeiten.

Und jetzt gehts los. Diesmal haben wir zu dritt verkostet. Die meisten Eindrücke stammen aber schon direkt von mir.
Nc’nean 05-year-old – Phil & Simon Thompson
Als erstes ein Nc’nean. 5 Jahre alt, 119 Flaschen insgesamt und im STR gereift. Daher auch die Farbe. Link zur Whiskybase
Nase: Fruchtig und malzig, Honig, Pfirsich und Orange, Kaugummikugeln aus dem Automaten. Dahinter ist irgendwas kräutriges, dampfiges. Schwer einzuordnen.
Mund: Etwas Tabak, leicht künstliche Orange, Bitterstoffe, Milchkaffee, Yuzu und weißer Pfeffer. Auch wieder schön malzig.
Abgang: Etwas Säure, wie der Nachgeschmack einer Kiwi. Frischestäbchen Orange, mineralisch. Nachgeschmack ist nachspeisig gut.
Fazit: Spannend, aber nicht überragend. 83/100 Tobias, 84/100 Christian, 83/100 Priscilla. Beim zweiten Versuch fand ich ihn doch noch eine Ecke besser. Sehr stimmig. 85/100
Tormore 17-year-old – Phil & Simon Thompson
Als zweites deutlich älter. Dafür gibt es vom Tomore sogar ein paar mehr Flaschen: 145 insgesamt. Gereift wurde im Sauternes Cask Link zur Whiskybase
Nase: Vanille, Früchte, Kaktusfeige, mehliger Apfel, leicht staubig, helles Gebäck, Honig, Puderzucker
Mund: vergorene Südfrüchte, nussige Bitterstoffe, extreme Süße, Apfelkerngehäuse, eine Spur Pfeffer, Malzzucker
Abgang: Süß und Bitter, flache Fruchtigkeit,vor allem Zitrone. Multivitaminsaft mit Cocktailbitter trocken und leicht laktisch,
Fazit: Priscilla 81/100, Christian 82/100, Tobias 84/100. Schöne Komplexität, aber mit den Bitterstoffen übertreibt er es ab einem gewissen Punkt. Ich bin ein wenig zwiegespalten. So ganz hat er mich nicht abgeholt.
Benrinnes 14-year-old – Phil & Simon Thompson

Nochmal mehr Flaschen kamen aus dem PX-Sherry-Quater Cask des Benrinnes: 166 Link zur Whiskybase
Nase: Dosen-Erdbeeren, andere rote Früchte, Pfirsiche aus der Bowle, Malz, Süß und holzig, Tapetenkleister, Mandel
Mund: Trocken und fruchtig, Fruchtwein, Tabak, Marzipan, sehr stoffig in der Textur, gut strukturierte Säure
Abgang: Einiges an Bitterstoffen, leicht metallisch, trocken, fast laktisch und süß, Marzipankarotten, wieder die Säure.
Fazit: Tobias 85/100, Christian: das PX-Fass tut ihm gut 85/100, Priscilla 83/100. Hier macht die zweite Runde keinen Unterschied für mich.
Dornoch 05-year-old – Phil & Simon Thompson
117 Flaschen Dornoch sind in diesem Batch gelandet. Bei den Fässern handelt es sich um ein Vatting. Link zur Whiskybase
Nase: Buttrig, wie in Süßspeisen, Karamell, Kaktus, Gurke, künstliche Fruchtnoten, hat was von Brause
Mund: Mundgefühl ist relativ dünn, aber dennoch samtig. Kumquat, Malz und Hefe, etwas Salz, Zitrusschalen, mineralisch, salzig
Abgang: Holzstäbchen zum Kaffee rühren, Blätterteig, Vanillezucker, Apfeltasche mit Zuckerguss, fein und floral, Heidekraut, abgeschwitzte Kräuter, Esspapier
Fazit: Mehr Wumms hätte ihm gut getan. Ansonsten stabil. Tobias: 86/100, Priscilla 85/100, Christian 83/100 Auch hier hat das Nachtasten keinen Unterschied gemacht.
Diesmal „nur“ gut
Beim ersten Batch hatte ich noch mehr Glück mit den gezogenen Losen. Diesmal waren sie nur alle von hoher Qualität und keiner stach weit heraus. Aber jede Flasche ist den Preis der aufgerufen wird wert. Wenn ihr auch Lust auf eine Runde Lose ziehen habt, fragt euren lokalen Händler des Vertrauens (hier in der Gegend weiß ich z.B., dass der Whisky Baron welche kriegen wird) oder kuckt mal online danach. Ich finde das lohnt sich. Macht sich sicher auch gut als Weihnachtsgeschenk. Muss man nicht mal verpacken. 😉
Mehr zu: Benrinnes, Dornoch, Nc’nean, Tormore, Mysteriöse Malts 1
Bilder: Eigene Anfertigung
Samples: Eigene Flaschen



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