Tasma3197, CC BY-SA 3.0 , via Wikimedia Commons

Eine Tormore Session

Im Juni kamen die erste drei Tormore Whisky seit der Übernahme durch Elixir Distillers, aka Sukhinder Singh. Die Blueprint Serie soll ein Vorgeschmack – es handelt sich um ein Pre-Release – auf das sein was noch kommt. Kirsch Whisky Import hat mir Samples davon zur Verfügung gestellt. Eine prima Gelegenheit sie zu verkosten und noch ein paar aus meiner eigenen Samplekiste mit dazu.

Tormore 10-year-old Blueprint Cask Program „Bourbon Cask“

1500 Flaschen wurden aus 1st Fill Bourbon Barrels abgefüllt. Abgefüllt wurde mit 48%. Link zur Whiskybase

Nase: Sehr fruchtig. Alkohol ist allerdings ziemlich präsent. Da fehlen wohl noch ein paar Jahr im Fass. Mit ein wenig Zeit im Glas kommen florale Aromen und die Früchte sortieren sich gut ein.

Mund: Zum fruchtigen Eindruck kommen einige würzige Elemente, Pfeffer und Eiche. Nicht zu scharf, hier ist der Alkohol etwas besser integriert. Honig und ein paar Röstaromen sind dabei.

Abgang: Wärmt noch recht schön für 48%. Solide Bitterstoffe, etwas Vanille und immer noch einiges an Früchten. Vor allem Pfirsiche.

Fazit: Sehr geradliniges Bourbonbottling. Gefällt mir ganz gut, vor allem unter dem Begriff „Pre-Release“. Macht Laune. 86/100

Tormore 10-year-old Blueprint Cask Program „Toasted Barrel“

Grunddaten sind die gleichen, es wurde aber in Barrels gereift, die noch mal Link zur Whiskybase

Nase: Kandierte Zitronen, Bergmotte – fast schon ein wenig zu viel davon. Florale Noten. Ein nasses Gebäckstück mit Vanille.

Mund: Leicht rauchig bis russig. Pfefferschärfe, Zitrone, Honig, deutliche Vanillenote. Gezuckerte fermentierende Kräuter.

Abgang: Tabak, Laub, schwarzer Tee mit ZItrone und Honig. Trocken und Sauer in Richtung Ende.

Fazit: Lustig bis funky, aber nicht mein Stil. Damit kann man glaube ich viele Menschen aus ihrer Komfortzone holen. Was wiederum mutig ist für so ein Release. 83/100

Tormore 10-year-old Blueprint Cask Program Cream Sherry Cask

Das letzte Bottling im Bunde. Cream Sherry Cask. Ich vermute sogar Vollreifung, denn wenn ich es richtig verstanden habe, dann wird der „normale“ 10-jährige aus einer Assemblage der drei Bottling zusammengefügt. Link zur Whiskybase

Nase: Süß und fruchtig, eingelegte Zwetschgen. Gleichzeitg grasig und frisch. Honig über Waldfrüchten auf einem Butterkeks.

Mund: Feigen, Pflaumen, getrocknete Waldfrüchte. Honigsüße und fruchtige Säure. Etwas angetrocknetes Gebäck.

Abgang: Deutliche Süße, gewürzte Feigenmarmelade. Leichte Säure, mit der Zeit recht trocken. Milde Sherry-Bitterstoffe und eine leicht metallische Note.

Fazit: Der Crowdpleaser unter den drei Blueprints. Vollkommen gefällig und rund. 85/100

Tormore 1995 – Anam na h-Alba

Über 20 Jahre im Bourbon Barrel, abgefüllt mit fassstarken 47,9% in 137 Flaschen für einen guten Zweck. Da kann Tom bon Anam na h-Alba schon viele Haken auf meiner Wunschliste setzen. Link zur Whiskybase

Nase: Leichtfüssig, fruchtig, etwas Vanille, etwas Kräuter, etwas Mürbteig.. Im ersten Moment wenig aufregend aber es stört auch nichts.

Mund: Kaum Alkoholschärfe, Puderzucker, Zuckerglasur, milder Honig. Darunter kommen gelbe Dörrfrüchte, Vanille,

Abgang: Leichte Mineralität, weiterhin deutliche Süße und jetzt auch milde Bitterstoffe. Das gibt nochmal etwas mehr Struktur. Ganz am Ende hab ich gekochten Schinken. Überraschend.

Fazit: Schöner build up in Richtung Finish. Das ist sicher nicht der beste 20+ Jahre Tormore, aber trotzdem ein schönes Bottling mit dem man Freude haben kann. Mit Kopf an und aus. 87/100 Fällt für mich auch in die Kategorie „Whisky die man Nicht-Whisky-Trinkern servieren kann“.

Tormore 1995 – The Whisky Agency

Ein zweiter 95er. Diesmal von der Agency in ihrer Traveller Serie. Die gemeinsame Abfüllung mit Three Rivers Tokyo hat einen Umfang von 290 Flaschen von 47,7%. Gereift wurde 25 Jahre in einem Hogshead. Link zur Whiskybase

Nase: Malz, Vanille und Honig. Dazu Banane, Zitrone und Ananas. Kräuter und grasige Noten mischen sich darunter .Außerdem mineralische Anklänge und etwas leicht staubiges. Das entspricht irgendwie dem Alter.

Mund: Etwas Zitrone und Ingwer. Auch Kräuter. Vielleicht in einer selbst gemachten Limonade. Dann wieder Malz. Vanille und Orange in einem Keks.

Abgang: Wieder grasig, ein Milchkaffee, kandierte Zitrone. Zerriebene Kerne. Mit der Zeit wird es trocken. Das bleibt, zusammen mit unterschwelliger Süße und Säure.

Fazit: Schön, trinkig, solide gereift. Vielleicht hätte ich mir noch mehr gewünscht, aber ich bin auf jeden Fall nicht unzufrieden. 88/100

Spannende Gelegenheit

Also, wenn ich das richtig verstanden habe mit den Blueprint, dann ist das wirklich eine nette Idee. Vor dem generellen Release dessen Bestandteile zur Verkostung anbieten. Gab es bei Raasay auch, in Form eines Tastings. Allerdings wundere ich mich, dass das nicht vom Marketing deutlich stärker ausgeschlachtet wurde. Ich fand dazu keine weiteren Hinweise direkt beim Abfüller. Wie dem auch sei, es hat Spaß gemacht und die etwsa länger gereiften Kollegen auch. Schöner Flight.

Mehr zu: Tormore, Gereifte Tormore 2
Bilder: Titel: Tasma3197, CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0, via Wikimedia Commons | Flaschen: Eigene Anfertigung und freundliche Überlassung der Whiskybase
Samples: Von Kirsch Whisky kostenlos zur Verfügung gestellt (Blueprint), privat gekauft und eigene Flaschen